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Beat the Bastards

Album 2025

Genre: Darkwave, EBM, Darkpop, Electro

 

Rezension Musikjournalist: Michael Bader

Gesamteindruck des Albums

Stärken: Sehr kohärent, trotz der langen Pause spürt man die klare Handschrift von 2003 (harte Electro-Industrial-Wurzeln) gepaart mit frischem Darkwave-Touch durch die neuen Mitglieder (Phil Brandmeier & Dirk Rüdes). Das Album fühlt sich wie ein Comeback mit Wut an – aggressiv, tanzbar, düster und thematisch bissig. Die Mischung aus kurzen, harten Tracks und längeren, atmosphärischen Stücken funktioniert gut für eine Club- oder Home-Listening-Session.

Länge: 33:41 Minuten – kompakt, kein Füllmaterial.

Thema: Politik als Zerstörung („Bastards“ = System, Gott, Pest, Zerfall), mit einem hoffnungsvollen Unterton (Alternativen). Passt perfekt zur aktuellen Zeitstimmung 2025/26.

Produktion: Vermutlich DIY/Independent – klingt roh und direkt, was zum Underground passt, aber auch modern genug für Streaming.

Track-by-Track-Feedback (basierend auf Titel, Länge & Kontext)

The Creature is back (1:34)

Starkes Intro! Kurze, bedrohliche Rückkehr des Monsters – ein atmosphärischer Opener mit Samples, pulsierendem Bass und aufbauender Spannung. Perfekt, um sofort in die Welt einzutauchen. Fühlt sich an wie „Wir sind zurück, und es wird hässlich“. 9/10 als Einstieg.

Anxious System 2025 (3:02)

Die modernisierte Version des Klassikers – kürzer, tighter, aggressiver. Der Titel schreit nach Paranoia, Kontrolle, digitalem Überwachungsstaat. Das Update von 2003 auf 2025 klingt logisch und relevant. Einer der stärksten Tracks. 9/10.

Dein neuer Gott (3:49)

Längerer, hymnisch-düsterer Track. Kritik an falschen Idolen, Religion als Kontrollinstrument? Arbeitet im Intro mit choralen Synths oder repetitiven Hooks  – Darkpop-Elemente hier spürbar. Hat Potenzial für einen der emotionaleren Momente aber auch aggressiv im Sound  9.5/10 – definitiv ein Highlight.

Judgement Day (2025) (3:02)

Zweiter großer Klassiker-Update. Apokalyptisch, urgent, Endzeit-Vibes. Brutaler FSK 18 Track in den Lyrics. Der 2025-Touch könnte allerdings noch tanzbarer sein. 8/10

Desdemona (1:40)

Kurzes Interlude? Oder ein melancholischer EBM-Moment? Der Titel erinnert an Shakespeare (tragische Liebe/Verrat) – Kurz und knapper Kontrast mit Aggression drumherum. Sehr interessant als Atempause. 7.5/10.

Zerfall (3:34)

Einer meiner Favoriten. Zumal die Vocals diesmal von Dirk Rüdes und Marie Zöller kommen – klingt nach Kollaps, und, gesellschaftlichem Niedergang. Das Ende hat den Gänsehauteffekt. Passt perfekt zum Albumthema. Roh, tanzbar. 9/10.

Die Pest (2:24)

Kurz & knackig – Pandemie-Metapher für gesellschaftliche Krankheit? Deutlich und aggressiv. Hier zeigt Nightsnatcher, was sie von den Politikern dieser Welt halten. Fühlt sich an wie ein wütend an. Direkt und ohne Umschweife. 8/10.

Nachtschatten Tanz (4:34)

Der zweitlängste Track – hier kommt der Darkwave/Darkpop-Anteil voll zur Geltung. Wahrscheinlich der tanzbarste, atmosphärischste Song: Pulsierende Basslines, melancholische Melodien, aber mit dunklem Edge. Könnte ein Club-Favorit werden – der „Tanz im Schatten“ als Metapher für Widerstand? Sehr viel Potenzial. 9/10

Vivid Pulse (3:18)

Schneller Instrumental Track – „vivid“ = grell, intensiv. Hier wird alles aus den Synthies rausgeholt was geht. Treibend, energiegeladen, mit starkem Groove. Gut als Closer vor dem Finale. 8/10.

Bonus Track: Anxious System (6:54)

Die lange, originale oder Extended-Version als Closer – episch! Hier wird der Klassiker hochgefahren. 2004 sollte der Track ein neues Album einläuten. Leider blieb das aus aber wird jetzt nachgeholt. Der alte Nightsnatcher Stil.  Perfekter Abschluss: Lang, intensiv, lässt alles nachklingen. 8/10 – Meisterstück zum Runterkommen (oder Hochfahren?).

Fazit

Ein starkes, fokussiertes Comeback-Album: 8.7/10 insgesamt. Es verbindet alte Electro-Industrial-Wurzeln mit neuem Darkwave-Feeling, ohne sich zu verbiegen. Die Mischung aus kurzen Punch-Tracks und längeren Atmosphären-Teilen funktioniert super. Thematisch aktuell und wütend, musikalisch tanzbar und düster – genau das, was der Underground 2025/26 braucht.

Besonders stark: Das Update von Anxious System, das Hit-Potenzial von Dein neuer Gott und Zerfall, plus Nachtschatten Tanz als atmosphärischer Höhepunkt.

 

 

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